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Bilder der laufenden Grabungen Teil I
DIE FORSCHUNGSSITUATION AUF DEM MAGDEBURGER DOMPLATZ
DIE GRABUNGEN VON ERNST NICKEL
1959 – 1968

Der Magdeburger Domhügel ist seit den Grabungen von Ernst Nickel in den Jahren 1959–1968 als bedeutender Fundplatz der Mittelalterarchäologie bekannt.

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Selbst beim Jahrhunderthochwasser im August 2002 blieb der Magdeburger Domhügel mit Domplatz und gotischem Dom von den Fluten der Elbe verschont.

Aufgrund seiner siedlungsgeographischen Vorzüge erfuhr der Domhügel besonders in der späten Bronzezeit und im Mittelalter eine intensive Besiedlung. An solchen Vorzügen sind die Nähe zur Elbe, die Höhenlage zum Schutz gegen Feinde und Hochwasser sowie ein zu vermutender Elbübergang südöstlich des gotischen Doms –oberhalb der Stromschnellen am Domfelsen– zu nennen.

Die beiden wichtigsten Befunde der Untersuchungen
von Ernst Nickel waren der Nachweis eines großen Steingebäudes und eines in einem Bogen über den Domplatz verlaufenden Doppelgrabensystems.

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Gesamtplan des Steinbaues auf dem Domplatz (Grabungen Ernst Nickel). Aufgehendes Mauerwerk war nur ausnahmsweise vorhanden. Meist fanden sich nur noch Fundamente oder deren Ausbruchsgräben. Der Grundriss ist heute vor Ort als Sandsteinadaption dargestellt.
Die beiden Befestigungsgräben waren 5–6m breit und verliefen parallel zueinander in einem Abstand von 22m. Sie wurden vom Ausgräber –primär aufgrund historischer Überlegungen– in die Karolingerzeit
(Ende 8.–9. Jh. n. Chr.) datiert.

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Der Grabungsplan von Ernst Nickel mit den beiden 1968 bekannten Befestigungsgräben.

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Blick über den Domplatz in Richtung Breiter Weg auf dieGrabungsfläche von Ernst Nickel. Zu erkennen sind die beachtliche Größe und die geringe Tiefe der Grabungen.


Der Steinbau war von Ernst Nickel bei seinen Grabungen am Domplatz in den Jahren von 1959 bis 1968 zum Teil ausgegraben und als Palast (»Pfalz«) Ottos des Großen angesprochen worden. Nickel verwendete die Bezeichnungen Palatium, Palast und Kaiserpalast. Er war davon ausgegangen, dass die Gesamtanlage zu einer Bauphase gehörte. An dieser über Jahrzehnte akzeptierten Interpretation sind in den vergangenen Jahren aufgrund der Aufarbeitung der Altgrabungen bzw. der publizierten Vorberichte des Ausgräbers Zweifel laut geworden. Zuletzt wurde von zwei verschiedenen Bauzuständen des westlichen Teiles eines Kirchenbaues ausgegangen. Diese seien dem
10. Jh. (Phase I) bzw. 12. Jh. (Phase II) zuzuordnen.
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